Ein Handlungsfeld des Megatrends New Work ist Emotionale Intelligenz. Führungskräften verspricht das Konzept, ihre Organisationen erfolgreicher zu gestalten. Das Wichtigste vorab: Emotionaler Intelligenz meint nicht Emotionalität. Vielmehr handelt es sich dabei um die Fähigkeit, eigene und fremde Emotionen zu erkennen, zu verstehen und angemessen auf sie zu reagieren. Im Folgenden erfahren Sie die Hintergründe zum Konzept, welche Techniken sich daraus ableiten lassen und wie Führungskräfte der unterschiedlichsten Branchen diese für sich nutzen können.
Die vier Kernbereiche emotionaler Intelligenz
Das Konzept der Emotionalen Intelligenz geht auf den Psychologen und Wissenschaftsjournalisten Daniel Goleman zurück. Er stellte es 1995 in seinem Buch „Emotional Intelligence: Why it can matter more than IQ“ vor. Dabei ist das Konzept in vier zentrale Bereiche unterteilt, die für eine erfolgreiche Führung entscheidend sind:
1. Selbstwahrnehmung
Eine gute Führungskraft erkennt nicht nur Emotionen bei anderen, sondern ist sich auch der eigenen Gefühle bewusst. Wer versteht, warum er in bestimmten Situationen gereizt oder gestresst reagiert, kann bewusst gegensteuern und souveräner führen.
2. Selbstregulierung
Gerade in stressigen Zeiten oder bei Konflikten ist es entscheidend, angemessen und sachlich zu reagieren. Eine hohe Selbstregulierung verhindert, dass Emotionen unkontrolliert die Führung beeinflussen – beispielsweise durch vorschnelle Entscheidungen oder unangemessene Kritik.
3. Soziale Kompetenz & Empathie
Empathie bedeutet, sich in die Lage anderer zu versetzen und ihre Perspektiven nachzuvollziehen. Führungskräfte mit hoher Empathie können effektivere Teams zusammenstellen, diese besser verstehen und gezielt unterstützen, was sich positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt.
4. Beziehungsmanagement
Emotionale Intelligenz zeigt sich nicht nur im Umgang mit Mitarbeitenden, sondern auch mit Kundinnen und Kunden, Lieferantinnen und Lieferanten sowie Geschäftspartnerinnen und -partnern. Eine starke Führungskraft baut belastbare Beziehungen auf, die auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt basieren.
Die Wissenschaft scheint Goleman dabei recht zu geben, denn Studien zeigen, dass Führungskräfte mit hoher emotionaler Intelligenz ihre Teams effektiver motivieren, Konflikte schneller lösen und eine stärkere Bindung zu ihren Mitarbeitenden aufbauen können. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und steigendem Wettbewerb um talentierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist ein einfühlsamer und emotional intelligenter Führungsstil ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für mittelständische Unternehmen.
Emotionale Intelligenz lässt Sie verstehen, ob und welche Machtgefüge in Ihrem Unternehmen herrschen. Sie hilft Ihnen zu beurteilen, welche Persönlichkeitstypen Ihnen gegenübersitzen.
Hier können Sie emotionale Intelligenz in Ihrem Alltag einbinden
Besonders in drei zentralen Bereichen, die viele Unternehmen derzeit bewegen, kann emotionale Intelligenz einen entscheidenden Vorteil bringen:
Erfolgreiche Gestaltung von Veränderungsprozessen
Ob Digitalisierung, neue Marktanforderungen oder die Auswirkungen politischer Entscheidungen – Veränderung löst oft Unsicherheit aus. Führungskräfte mit hoher emotionaler Intelligenz erkennen Widerstände in ihrem Team frühzeitig und begegnen ihnen mit:
- Klarer, transparenter Kommunikation, um Ängste zu reduzieren.
- Einbindung der Mitarbeitenden in Entscheidungsprozesse, um das Gefühl von Kontrolle und Mitbestimmung zu stärken.
Gesprächsführung und Konfliktlösung
Ob Leistungsprobleme, Unzufriedenheit im Team oder Meinungsverschiedenheiten – emotionale Intelligenz hilft, kritische Gespräche konstruktiv zu führen:
- Aktives Zuhören: Wirkliches Interesse zeigen, Pausen zulassen, Rückfragen stellen.
- Ich-Botschaften verwenden: Statt Vorwürfen („Sie sind unzuverlässig“) lieber eigene Wahrnehmungen schildern („Mir ist aufgefallen, dass …“).
Motivationssteigerung und Mitarbeiterbindung
Mitarbeitende wollen nicht nur als „Ressource“, sondern als Menschen wahrgenommen werden. Unternehmerinnen und Unternehmer können die emotionale Bindung zu ihren Teams stärken, indem sie:
- Lob und Anerkennung gezielt einsetzen, um die Motivation zu steigern. Studien zeigen, dass Wertschätzung oft wichtiger ist als finanzielle Anreize.Wärmeerzeugung zum Ziel haben. Auch gefördert wird der Einsatz von erneuerbarer Wärme-Technologie.
- Regelmäßige, offene Gespräche führen, in denen nicht nur Leistung, sondern auch persönliche Herausforderungen besprochen werden.
Mit diesen drei Übungen bauen Sie Ihre emotionale Intelligenz aus
Auch wenn emotionale Intelligenz teilweise eine angeborene Fähigkeit ist, lässt sie sich durch gezieltes Training verbessern. Mit diesen drei alltagstauglichen Übungen können Sie Ihre emotionale Intelligenz stärken:
1. Selbstreflexion als Schlüssel zur besseren Entscheidungsfindung
Erfolgreiche Führungskräfte nehmen sich bewusst Zeit für die Analyse ihrer eigenen Entscheidungen. Welche Faktoren haben eine Rolle gespielt? Gab es emotionale Einflüsse, die die Entscheidungsfindung geprägt haben? Die regelmäßige Reflexion solcher Fragen führt zu einer klareren, strategischeren Führung.
2. Kommunikationskompetenzen verbessern
Emotionale Intelligenz zeigt sich in der Art und Weise, wie Führungskräfte kommunizieren. Schulungen in aktiver Gesprächsführung, Rhetorik und gezieltem Zuhören helfen, Botschaften klarer zu vermitteln und Missverständnisse zu vermeiden – ein entscheidender Erfolgsfaktor in Verhandlungen mit Stakeholdern.
3. Stressmanagement optimieren
Emotionale Intelligenz geht oft mit einem ausgeprägten Stressmanagement einher. Führungskräfte, die bewusst auf Stresssignale achten und Methoden wie Delegation, Priorisierung oder gezielte Pausen nutzen, handeln souveräner und treffen fundiertere Entscheidungen.
Darum wird emotionale Intelligenz zur wirtschaftlichen Notwendigkeit
Emotionale Intelligenz ist weit mehr als ein „weicher“ Führungsaspekt – sie ist ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Unternehmerinnen und Unternehmer, die bewusst an ihrer emotionalen Kompetenz arbeiten, profitieren von:
- Effizienteren Abläufen und produktiveren Teams
- Geringerer Fluktuation und niedrigeren Personalkosten
- Besseren Kundenbeziehungen, auch in wirtschaftlich unsicher werdenden Zeiten
- Souveräner Entscheidungsfindung und langfristigem Unternehmenserfolg
Besonders für mittelständische Unternehmen in Südwestfalen kann ein emotional intelligenter Führungsstil daher ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Denn gerade hier sind langfristige Beziehungen zu Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden oder Geschäftspartnerinnen und -partnern der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg.

